Bevor die alte Website ersetzt wird, sollten ihre Inhalte, Adressen und Zugänge bekannt sein. Sonst fällt erst nach dem Wechsel auf, dass ein häufig verlinktes Angebot fehlt oder eine Anfrage nicht mehr ankommt.
Klären Sie außerdem den Anlass. Ist das Angebot gewachsen? Sind Inhalte veraltet? Funktioniert die Bedienung auf dem Handy schlecht? Ein Relaunch lässt sich besser planen, wenn feststeht, welches Problem er lösen soll.
Bestand aufnehmen, bevor etwas verschwindet
Sammeln Sie die vorhandenen Seiten und die wichtigsten Inhalte. Dazu gehören auch PDFs, Bilder, Kontaktformulare und eingebundene Dienste. Notieren Sie, welche Angaben übernommen, überarbeitet oder nicht mehr benötigt werden.
- Bestehende URLs und Seitentitel.
- Wichtige Suchanfragen und Seiten aus der Search Console, soweit vorhanden.
- Kontaktwege, Formularziele und zuständige Postfächer.
- Domain-, Hosting- und Verwaltungszugänge.
- Verwendete Inhalte, Bilder und geklärte Nutzungsrechte.
- Verbindungen zu Buchung, Shop, Newsletter oder anderer Software.
Erstellen Sie eine Sicherung der bisherigen Website im vereinbarten Rahmen. Eine Liste von Zugangsdaten allein ist keine Sicherung der Inhalte. Klären Sie mit der zuständigen Person, was später tatsächlich wiederhergestellt werden könnte.
Für jede wichtige Seite eine Entscheidung treffen
Eine Seite muss nicht allein deshalb verschwinden, weil die neue Navigation kürzer werden soll. Prüfen Sie, welche Fragen sie beantwortet und ob Kunden oder andere Websites auf sie verweisen. Der neue Aufbau sollte diese Aufgaben übernehmen.
| Bisheriger Inhalt | Entscheidung | Neues Ziel |
|---|---|---|
| Leistungsseite mit weiterhin gültigem Angebot | Überarbeiten oder übernehmen | Die passende neue Leistungsseite. |
| Zwei Seiten mit stark überlappendem Inhalt | Sinnvoll zusammenführen | Eine gemeinsame Seite, die beide Aufgaben erfüllt. |
| Nicht mehr angebotenes Produkt | Inhalt und Nachfolge klären | Ein zutreffender Ersatz oder eine angemessene Fehlerseite. |
| Kontaktseite | Angaben und Zuständigkeit abgleichen | Der tatsächlich nutzbare Kontaktbereich. |
Diese Liste hilft auch bei einem Wechsel zu einem Onepager. Inhalte werden dabei zusammengeführt, nicht bloß aus der Navigation gestrichen. Die neue Seite muss die wesentlichen Fragen weiterhin beantworten.
Alte Adressen brauchen passende Ziele
Ändern sich URLs dauerhaft, empfiehlt Google serverseitige permanente Weiterleitungen, etwa 301 oder 308. Ordnen Sie wichtige alte Adressen dem jeweils passenden neuen Inhalt zu. Eine Umleitung aller Seiten auf eine thematisch unpassende Startseite ist keine saubere Lösung.
Wenn Inhalte tatsächlich auf einer neuen gemeinsamen Seite zusammengeführt werden, kann diese Seite das passende Ziel sein. Halten Sie die Zuordnung schriftlich fest. Interne Links sollten anschließend direkt auf die neuen Adressen führen.
Die Freigabe umfasst auch die Benutzung
Lesen Sie die Inhalte in der vorgesehenen Reihenfolge und verfolgen Sie typische Wege: von einer Leistung zur Anfrage, von der Navigation zur Adresse, von einem Artikel zum passenden Angebot. Korrigieren Sie nicht nur einzelne Formulierungen, sondern auch fehlende Informationen im Ablauf.
- Kontaktwege mit den zuständigen Personen abstimmen.
- Formulare und deren tatsächlichen Eingang kontrollieren lassen.
- Mobilansichten und lange Inhalte berücksichtigen.
- Öffnungszeiten, Preise und Leistungsangaben freigeben.
- Rechtstexte und erforderliche Einstellungen klären.
- Einen Zuständigen für den Wechsel und die Rückmeldung danach bestimmen.
Änderungen sollten gesammelt ankommen. Wenn mehrere Personen kommentieren, führen Sie widersprüchliche Rückmeldungen vor der Übergabe zusammen. So bleibt nachvollziehbar, welche Fassung freigegeben wurde.
Was am Tag des Wechsels feststehen muss
Domain, Hosting und Zuständigkeiten müssen geklärt sein, bevor die neue Website öffentlich erreichbar wird. Prüfen Sie auch, ob E-Mail-Dienste an denselben Einstellungen hängen. Ein Websitewechsel ist kein Anlass, diese Verbindungen beiläufig zu verändern.
Die veröffentlichte Fassung braucht ihre endgültigen Adressen, passende Canonical-Angaben und eine aktualisierte Sitemap. Sperren aus der Vorschau dürfen nicht versehentlich die öffentlich vorgesehene Website ausschließen. Das gehört zur technischen Übergabe.
Klären Sie, wie eine Störung gemeldet wird und wer sie bearbeitet. Ein angekündigtes Zeitfenster hilft dabei, Rückmeldungen und Freigaben zusammenzubringen.
Nach dem Wechsel die wichtigen Wege weiterverfolgen
Kontrollieren Sie gemeinsam mit dem zuständigen Dienstleister die relevanten Kontaktwege, wichtige alte Adressen und die Sichtbarkeit der neuen Seiten. Daten aus der Search Console helfen dabei, unerwartete Fehler zu erkennen. Vergleichen Sie passende Zeiträume und berücksichtigen Sie andere Änderungen im Betrieb.
Google weist darauf hin, dass sich die Sichtbarkeit während einer Websiteverschiebung vorübergehend verändern kann. Eine Garantie unveränderter Positionen wäre deshalb unseriös. Wichtiger ist ein nachvollziehbarer Wechsel mit klaren Zuständigkeiten und einer anschließenden Beobachtung.